Max Baasner
UPC · 2017Case Study

–18,6 % Conversion: Die günstigere Vorauswahl verkauft schlechter

Eine um 10 CHF günstigere, aber abgespeckte Vorbelegung senkte die Conversion um 18,6 % – ein Lehrstück über Defaults und Loss Aversion.

A/B TestingConversion OptimierungE Commerce

Ergebnis in einem Satz

–18,6 % Conversion: günstigerer, abgespeckter Default verkauft schlechter.

Meine Rolle

Conversion Optimizer, UX Strategist, Test Manager, Implementierung (hands-on)

Im Team mit

Content Manager Publisher · UX Ui Designer

01Situation

Die teurere Option war vorausgewählt – und niemand wusste, ob das schadet oder hilft.

Ausgangslage

„Phone CH“ inklusive Festnetzflatrate war im Tarif-Setup vorbelegt.

Hebel

Ein Großteil der Nutzer:innen ändert die Vorauswahl nie – der Default entscheidet mit.

Vermutung im Team

Günstiger gleich attraktiver gleich mehr Abschlüsse.

02Komplikation

Was passiert, wenn Kund:innen im Standard plötzlich weniger bekommen?

Hypothese

Eine günstigere Standardoption steigert die Conversion.

Gegenannahme

Der reduzierte Leistungsumfang wird als Verlust wahrgenommen.

Verhaltensökonomische Basis

Verluste wiegen schwerer als gleich große Gewinne (Loss Aversion).

03Vorgehen

A/B-Test mit unterschiedlicher Vorauswahl im Tarif-Setup.

Version A

„Phone CH“ mit Festnetzflatrate vorgewählt (höherer Preis).

Version B

„Phone“ ohne Flatrate vorgewählt, 10 CHF günstiger.

Zielgruppe

Neukunden auf Connect-40-Tarifen.

04Ergebnisse

Die teurere Vorauswahl gewann – trotz 10 CHF Aufpreis.

Gesamt-Conversion (Connect Portfolio)

Version A (Phone CH vorgewählt): 2,41 % (96 Conversions / 3.990 Besucher)

Version B

(Phone vorgewählt, –10 CHF): 1,96 % (79 Conversions / 4.035 Besucher)➞ –18,6 % Conversion, Signifikanz 92 %

Connect 40 im Detail

Phone CH gebucht – A: 0,80 % (32) / B: 0,35 % (14) ➞ –56,7 %

Phone (–10 CHF) gebucht

A: 0,33 % (13) / B: 0,72 % (29) ➞ +120,6 %

Keine Telefonie gewählt

A: 0,83 % (33) / B: 0,45 % (18) ➞ –46,1 %, Signifikanz 98 %

Interpretation

Wird die stärkere Option aus dem Default genommen, wählen viele gar keine Zusatzleistung. Die Angst zu verlieren wirkt stärker als der Anreiz, 10 CHF zu sparen.

Vorher · Nachher
Vorher
Vorher
Nachher
Nachher
Methoden
A/B TestingQuantitative Analyse
Werkzeuge
Adobe TargetAdobe AnalyticsAdobe Experience Manager

Was ich daraus mitnehme

Preis ist nicht das stärkste Argument

Eine günstigere Option überzeugt nicht, wenn sie mit weniger Leistung kommt.

Der Default setzt die Referenz

Er definiert, was als normal gilt – und jede Abweichung davon fühlt sich wie Verzicht an.

Defaults gehören auf die Testagenda

Ich prüfe Vorauswahlen heute systematisch, bevor ich am Layout arbeite.

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