Eine um 10 CHF günstigere, aber abgespeckte Vorbelegung senkte die Conversion um 18,6 % – ein Lehrstück über Defaults und Loss Aversion.

Ergebnis in einem Satz
–18,6 % Conversion: günstigerer, abgespeckter Default verkauft schlechter.
Conversion Optimizer, UX Strategist, Test Manager, Implementierung (hands-on)
Content Manager Publisher · UX Ui Designer
Die teurere Option war vorausgewählt – und niemand wusste, ob das schadet oder hilft.
„Phone CH“ inklusive Festnetzflatrate war im Tarif-Setup vorbelegt.
Ein Großteil der Nutzer:innen ändert die Vorauswahl nie – der Default entscheidet mit.
Günstiger gleich attraktiver gleich mehr Abschlüsse.
Was passiert, wenn Kund:innen im Standard plötzlich weniger bekommen?
Eine günstigere Standardoption steigert die Conversion.
Der reduzierte Leistungsumfang wird als Verlust wahrgenommen.
Verluste wiegen schwerer als gleich große Gewinne (Loss Aversion).
A/B-Test mit unterschiedlicher Vorauswahl im Tarif-Setup.
„Phone CH“ mit Festnetzflatrate vorgewählt (höherer Preis).
„Phone“ ohne Flatrate vorgewählt, 10 CHF günstiger.
Neukunden auf Connect-40-Tarifen.
Die teurere Vorauswahl gewann – trotz 10 CHF Aufpreis.
Version A (Phone CH vorgewählt): 2,41 % (96 Conversions / 3.990 Besucher)
(Phone vorgewählt, –10 CHF): 1,96 % (79 Conversions / 4.035 Besucher)➞ –18,6 % Conversion, Signifikanz 92 %
Phone CH gebucht – A: 0,80 % (32) / B: 0,35 % (14) ➞ –56,7 %
A: 0,33 % (13) / B: 0,72 % (29) ➞ +120,6 %
A: 0,83 % (33) / B: 0,45 % (18) ➞ –46,1 %, Signifikanz 98 %
Wird die stärkere Option aus dem Default genommen, wählen viele gar keine Zusatzleistung. Die Angst zu verlieren wirkt stärker als der Anreiz, 10 CHF zu sparen.


Was ich daraus mitnehme
Eine günstigere Option überzeugt nicht, wenn sie mit weniger Leistung kommt.
Er definiert, was als normal gilt – und jede Abweichung davon fühlt sich wie Verzicht an.
Ich prüfe Vorauswahlen heute systematisch, bevor ich am Layout arbeite.

+86,45 % Klickrate durch ein „Neu“-Label – bei 100 % Signifikanz.

+16 % bis +110 % Conversion – über fünf Versicherungsprodukte hinweg, statistisch signifikant.

5 Produkte in 8 Monaten statt 2 Jahren pro Produkt – mit bis zu 3 % Conversion.