
Am Schweizer Nationalfeiertag suchte ich in Frauenfeld etwas zu essen und entdeckte einen neuen vietnamesischen Take Away ohne Website. Am Wochenende baute ich einfach eine und schenkte sie der Inhaberin. Bezahlt wurde nicht mit Geld, sondern mit Essen. Aus der spontanen Idee entstand eine langfristige Zusammenarbeit.

Ergebnis in einem Satz
Eine Website aus echter Begeisterung verschenkt. Daraus wurden weitere Aufträge und ein Tauschgeschäft, bei dem beide genau das geben, was sie am besten können.
Konzept, Positionierung, UX/UI Design, UX Writing, Informationsarchitektur, Menüstruktur, Bildkonzept und Website-Umsetzung
Inhaberin Asia Take Away Nguyen
Am 1. August 2025 war in Frauenfeld fast alles geschlossen. Ich hatte Hunger, fand einen gerade eröffneten vietnamesischen Take Away und freute mich vor allem darüber, dass es so etwas nun direkt in meiner Nähe gab.
Das Essen und der Laden waren da, online liess sich das neue Angebot aber kaum entdecken oder verstehen.
Ich wollte nicht zuerst einen Lead gewinnen. Ich war einfach froh über das neue vietnamesische Angebot und wollte etwas zurückgeben.
Meine Familie war unterwegs. Also setzte ich mich hin und baute die Website ohne Auftrag und ohne Briefing.
Die Aufgabe war selbst gewählt: Aus praktisch keinen digitalen Grundlagen einen Auftritt bauen, der Essen, Atmosphäre, Menü und Standort sofort verständlich macht.
Ich musste selbst entscheiden, welche Informationen für jemanden wichtig sind, der spontan vietnamesisch essen möchte.
Viele Gerichte, Kategorien und Preise mussten auf einer langen Seite trotzdem scanbar und appetitlich bleiben.
Die Website sollte hochwertig wirken, aber das Essen und die persönliche Küche in den Mittelpunkt stellen, nicht das Design selbst.
Ich baute die Seite komplett fertig und schrieb der Inhaberin danach einen Brief: Ich sei froh, dass es ihren Take Away gibt, und würde ihr die Website gerne schenken.
Öffnungszeiten, Telefon, Standort und Menü sind sofort erreichbar, weil genau das bei einem Take Away die wichtigsten Fragen sind.
Grosse Food-Fotografie, warme Typografie und viel Ruhe geben den Gerichten Platz, ohne die Seite künstlich aufzublasen.
Die fertige Website kam zuerst. Erst danach entstand die geschäftliche Beziehung.
Die spontane Arbeit wurde zum Beginn einer Zusammenarbeit, ohne dass dafür je ein klassischer Pitch nötig war.
Die Inhaberin war sehr glücklich über die unerwartete Website und nahm sie direkt an.
Aus dem Geschenk entwickelte sich weitere Zusammenarbeit rund um ihren digitalen Auftritt.
Statt Geld vereinbarten wir einen Tausch: Ich helfe digital, dafür darf ich bei ihr essen. Für mich war das die schönere Form der Gegenleistung.
Die Website ist weiterhin öffentlich erreichbar und bildet den Take Away in Frauenfeld ab.
Was ich daraus mitnehme
Weil die Website ohne Verkaufsabsicht entstand, war vom ersten Moment an klar, worum es mir ging: eine gute Lösung für ein Angebot, das ich selbst mochte.
Ein fairer Austausch kann viele Formen haben, solange beide Seiten ihn wirklich als wertvoll empfinden.
Die Geschichte hinter der Website gehört zum Case, weil genau diese Motivation erklärt, warum sie überhaupt entstanden ist.


Website und Shop für eine lokale Kaffeerösterei. 3× Online-Umsatz und ein Projekt, das mir beigebracht hat, Scope genauso ernst zu nehmen wie Design.
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